Vor fünf Jahren wurde Sensoric Solutions in Wetzlar gegründet. Heute messen Kunden weltweit mit Sensoren aus Wetzlar, in der Fahrzeugentwicklung, im Rennsport und auf der Schiene. Gestartet ist Sensoric Solutions mit vier Mitarbeitern, heute sind es elf. Das internationale Vertriebsnetz umfasst Partner in 15 Ländern. Seit 2025 betreut eine eigene Niederlassung in Florida den nordamerikanischen Markt.
Die Wurzeln
Die Geschichte von Sensoric Solutions begann lange vor der Unternehmensgründung: Andreas Niessner, Matthias Meurer, Torsten Schmidt und Michael Dörr entwickeln seit vielen Jahren optische Weg- und Geschwindigkeitssensoren. Zunächst bei Corrsys-Datron, später bei Kistler. 2021 entschieden sie sich, ihre Ideen für eine neue Sensorgeneration im eigenen Unternehmen umzusetzen. Kai Gilbert, damals noch CEO von imc, unterstützte das Vorhaben von Anfang an. Ihn überzeugte das optisch-inertiale Messprinzip: Es kombiniert die optische Wegmessung mit einer inertialen Messeinheit (IMU) und ermöglicht so präzise Messungen unabhängig von Satellitenempfang. Gemeinsam mit dem Finanzexperten Roland Schiff-Martini stellte Gilbert das notwendige Kapital bereit. Am 26. August 2021 wurde Sensoric Solutions gegründet.
Die ersten Sensoren
Nach rund zwei Jahren Entwicklung kam der OMS 7 auf den Markt. Der zweiachsige, optisch-inertiale Sensor erfasst Längs- und Querbewegungen des Fahrzeugs und misst neben der Fahrzeuggeschwindigkeit unter anderem Schwimm-, Nick- und Wankwinkel, Beschleunigungen und Drehraten. Kurz darauf folgte der OMS 4 als einachsige Variante für Brems-, Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsmessungen.
Automotive – vom Sensor zum Messsystem
2024 entschied sich Mercedes-Benz, die optische Messtechnik für Fahrdynamiktests vollständig auf Sensoren von Sensoric Solutions umzustellen. Ausschlaggebend war die rauscharme Schwimmwinkelmessung in Echtzeit. Bei aktiven Fahrwerkssystemen wie der Hinterachslenkung treten nur sehr kleine Schwimmwinkel auf. Um solche Systeme abzustimmen, müssen auch geringe Änderungen präzise messbar sein. Mit dem Höhenmesssystem HMS und dem Radvektorsystem WVS erweiterte Sensoric Solutions das Messangebot um Fahrzeughöhe, Sturzwinkel und die dreidimensionale Radbewegung. Zusammen mit dem OMS lassen sich die Messdaten der Systeme synchronisiert erfassen.
Rennsport – neue Einblicke beim Schwimmwinkel
Für den Rennsport entwickelte Sensoric Solutions den OMS Race, eine besonders leichte, robuste und kompakte Variante des OMS. Zu den ersten Anwendern gehörte das Mercedes-AMG Petronas F1 Team. Die präzise Schwimmwinkelmessung lieferte den Ingenieuren zusätzliche Daten zum Reifenverhalten und zur Fahrzeugbalance. Im Oktober 2024 zertifizierte die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) den OMS Race für die Formel 1. Weitere Formel-1-Teams und Rennserien folgten. Dazu gehören NASCAR, IndyCar und Formel E. Auch in der Formula Student ist die Sensorik verbreitet: Rund 40 Teams setzen OMS-Sensoren ein.
Bahn – Bremswegmessung im Nahverkehr
Auch auf der Schiene wurde die Sensorik zunehmend gefragt. Nach den Verkehrsbetrieben Karlsruhe stellten auch die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ihre regelmäßigen Bremswegmessungen an der Tramflotte vollständig auf Sensorik von Sensoric Solutions um. Dafür lieferte Sensoric Solutions acht Komplettlösungen, die auf dem OMS und dem BrakeTest-System von TMX Solutions basieren.
Auch bei den messweb masters awards wurden die Produktentwicklungen aus Wetzlar regelmäßig gewürdigt. Die Leser von messweb und die Teilnehmer am messweb masters wählten Sensoric Solutions bereits dreimal in Folge zum Gewinner in der Kategorie Automotive Testing: 2024 für den OMS 7, 2025 für das HMS und 2026 für das WVS.
Das Team von messweb und messweb masters sagt: Herzlichen Glückwunsch!
